Bedeutung der flächenhaften Erschließung
Die Taunusbahn bildet das „Rückgrat“ des ÖPNV für den Hochtaunuskreis und stellt eine wichtige Verbindung zwischen den Gemeinden entlang der Strecke sowie in die Ballungszentren der Region und insbesondere nach Frankfurt dar. In denjenigen Gemeinden, die unmittelbar über einen Taunusbahnanschluss verfügen, liegt auch die Mehrzahl der Siedlungsflächen in einem nahräumlichen Einzugsbereich bis 2 km. Dennoch gibt es in einzelnen Gemeinden (z.B. Friedrichsdorf, Bad Homburg, Wehrheim, Usingen) Ortsteile, die nicht über einen direkten Anschluss verfügen. Wichtige Standorte der sozialen Infrastruktur wie z.B. weiterführende Schulen und des Einzelhandels liegen nicht in zumutbarer fußläufiger Entfernung von den Stationen. Des Weiteren liegen im Hochtaunuskreis Gemeinden (z.B. Weilrod), die keine direkte Schienenanbingung aufweisen.
Um auch hier von den Standortvorteilen einer guten Schienenverkehrsanbindung profitieren zu können, ist es wichtig, eine gute verkehrliche Verknüpfung der einzelnen Stationen in die Fläche hinein sicherzustellen. Park-and-Ride (P+R), eine auf das Schienenverkehrsangebot abgestimmte Busanbindung oder Anrufsammeltaxiverkehre (AST) sind wichtige Bausteine in einem Anbindungskonzept. Mit einer guten Anbindung können so auch weitere Nachfragepotenziale für die Schiene in der Fläche erschlossen werden.
Insbesondere im nördlichen Teil der Taunusbahn sind die Siedlungsstrukturen ländlich geprägt und weisen eine geringe Einwohnerdichte auf. Hier ist ein attraktives Zubringersystem mit dem Bus in der Regel nicht mehr wirtschaftlich zu erbringen. Alternative und kostengünstigere Angebote aus dem Paratransitbereich wie z.B. Bürgerbusse können hier eine Lösung sein. Die Verlässlichkeit des Verkehrssystems entlang der gesamten Reisekette, also auch im Zu- und Abgang der Stationen, sind ein weiterer zentraler Qualitätsaspekt - besonders dort, wo aufgrund geringer Nachfrage nur ein Mindestangebot bzw. eine geringe Taktdichte geleistet werden können.
Der Station kommt in dem Gesamtsystem eine zentrale verknüpfende Funktion zu. Kurze, möglichst direkte und sichere Umstiegswege vom P+R-Platz oder der Bushaltestelle zum Bahnsteig sind anzustreben.
Insbesondere für die P+R-Anlagen werden meist nicht unerhebliche Flächen in unmittelbarer Stationsnähe beansprucht. Diese treten so in Konkurrenz zu anderen meist auch wirtschaftlicheren Flächenentwicklungen. Die Zielsetzungen einer stationsnahen Siedlungsentwicklung sind daher immer auch mit den Flächenansprüchen, wie sie sich aus einer guten Erreichbarkeit der Stationen aus dem weiteren Umfeld heraus ergeben, abzuwägen. Eine integrierte Betrachtung verkehrsträgerübergreifender Ansätze und der Belange einer stationsnahen Siedlungsentwicklung ist daher erforderlich.


